Dokumentarfilm „The Cut“

Cynthia-Matuszewski-und-Andreas-Frowein-

Foto: Astrid Nave

Ein Höhepunkt beim ersten Deutschen Entwicklungstag am 25. Mai 2013 in Augsburg war die Vorführung des Dokumentarfilm „The Cut“. Die junge Kenianerin Beryl Magoko hat den etwa 45-minütigen Dokumentarfilm in ihrem Heimatdorf in Kenia gedreht. Die Film-Absolventin der Kampala University zeigt in dem mehrfach prämierten Film die Vorbereitung und Durchführung einer Beschneidung und kombiniert die eindrucksvollen, nahen und bedrückenden Bilder mit Interviews, in denen Beschneiderinnen, betroffene Frauen, BefürworterInnen und GegnerInnen zu Wort kommen. Im Anschluss an den Film fand eine intensive Diskussion mit dem Produzenten des Filmes, dem Dozenten und Afrikakenner Andreas Frowein und Cynthia Matuszewski von Terre des Femmes Augsburg statt.

Aktuellen Angaben von Unicef zufolge leben weltweit mehr als 150 Millionen Mädchen und Frauen, die an ihren Genitalien verstümmelt wurden. Jedes Jahr werden erneut etwa drei Millionen Mädchen Opfer dieser Praktik: das sind 8.000 jeden Tag. Und auch in Deutschland sind Mädchen dem Risiko ausgesetzt, heimlich hierzulande oder im Ausland an ihren Genitalien verstümmelt zu werden. Nach Schätzungen von Terre des Femmes sind derzeit etwa 5.000 Mädchen in Deutschland gefährdet.

Im Fall der Genitalen Beschneidung ist Information und Aufklärung über diese Praktik eine grundlegende Voraussetzung für Veränderungen. Sowohl vor Ort, in den betroffenen Ländern kann diese Aufklärungsarbeit unterstützt werden, als auch hier bei uns in Deutschland. Terre des Femmes hat einen Maßnahmenkatalog erarbeitet, in dem unter vielen anderen Punkten folgende Handlungsoptionen für Deutschland aufgelistet sind: Schulung und Information von ÄrztInnen, Hebammen, ErzieherInnen und LehrerInnen während ihrer Ausbildung, ärztliche Vorsorgeuntersuchungen für alle Kinder; Genitalverstümmelung soll zum eigenen Straftatbestand werden.

Weitere Details bei Terre des Femmes

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