Frauen verdienen 100%

8. März 2009 – Internationaler Frauentag

Die Stadtratsfraktion Bündnis 90/Die Grünen wirbt zum diesjährigen Internationalen Frauentag am 8. März für die überfällige Gleichstellung von Frauen und Männern und macht dabei insbesondere auf die immer noch eklatanten Lohnunterschiede zwischen Männern und Frauen aufmerksam. „In der Referentenriege der CSU-/Pro Augsburg-Stadtregierung gibt es überhaupt keine Frauen. Wir haben keine Bürgermeisterin. Und es gibt nur eine einzige Amtsleiterin“, so Martina Wild, stellvertretende Fraktionsvorsitzende. Frauen fänden sich dagegen überwiegend in den schlechter bezahlten sozialen Berufen, Verwaltungs- und häufig in Teilzeitstellen wieder.

Bei der Stadt Augsburg gibt es entsprechend dem Bayerischen Gleichstellungsgesetz ein Gleichstellungskonzept, das 2004 zum dritten Mal fortgeschrieben wurde. Wichtige Schwerpunkte sind hierbei: Geschlechtsspezifische Personalsituation in den einzelnen Referaten, Frauen in Führungspositionen und die Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Die Datenerhebung zu diesem Bericht ergab auch für die Stadtverwaltung Augsburg: Je höher die Position, desto dünner wird die Luft für Frauen und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Zudem hat der Stadtrat 2007 auf einen grünen Antrag hin einstimmig die Verankerung von Gender Mainstreaming als Leitbild der Stadt Augsburg beschlossen. Mit Gender Mainstreaming wird die Gleichstellung von Frauen und Männern in der Stadtverwaltung und Stadtpolitik Augsburg zu einem integralen Bestandteil aller Politikbereiche gemacht. Die Verwaltung erhielt den Auftrag, die notwendigen Maßnahmen zur Umsetzung von Gender Mainstreaming einzuleiten. „Wir fordern daher, das städtische Gleichstellungskonzept nach 5 Jahren endlich fortzuschreiben. Und Gender Mainstreaming muss nun in der Stadtpolitik und der städtischen Verwaltung konzeptionell umzusetzen – nach dem Leitbild-Beschluss brauchen wir jetzt ein Konzept, städtische Strukturen hierfür und konkrete Projekte.“, beansprucht Martina Wild.

Martina Wild erklärt darüber hinaus zu den eklatanten Lohnunterschiede zwischen Männern und Frauen: „Frauen in Deutschland erhalten auch bei gleichwertiger Arbeit immer noch rund 23 Prozent weniger Einkommen als Männer. Die Arbeit von Frauen ist aber 100 Prozent wert! – das muss sich endlich auch bei den Einkommen widerspiegeln“. Das Ziel der Lohngleichheit wurde bereits vor 50 Jahren bei der Gründung der EU festgeschrieben. Erreicht ist sie noch in keinem Land Europas. Deutschland liegt nach einer neuen europäischen Studie nach wie vor auf einem der letzten Plätze in Europa. „Diskriminierungen von Frauen am Arbeitsmarkt sind nicht nur ein Gerechtigkeitsproblem mit gravierenden Folgen für unsere Sozialsysteme und vor allem für die Frauen, die durch schlechtere Entlohnung oft nicht in der Lage sind, sich ausreichend sozial abzusichern, so dass wir es mit einer drohenden Altersarmut vor allem bei Frauen zu tun haben, sondern nachgewiesener Maßen ist dies auch ein Hemmnis für eine zukunftsfähige Wirtschaft in Deutschland. Denn die Wirtschaft ist angesichts des Fachkräftemangels zunehmend auf das Potential gut ausgebildeter Frauen angewiesen“, so Martina Wild. „Es muss Schluss sein mit den hohen Gehaltsunterschieden zwischen Frauen und Männern, und wir wollen endlich mehr Frauen auf den Chefsesseln und in Führungsgremien sehen.“

Martina Wild, stellv. Fraktionsvorsitzende

Gleichstellung, Netzwerk, PolitikPermalink

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