Fundraising für Frauen- und Genderprojekte II – Workshopbericht

„Fundraising umfasst sämtliche Aktivitäten der Mittelbeschaffung einer Non-Profit-Organisation, die darauf abzielen, alle für die Erfüllung des Satzungszwecks benötigten Ressourcen einzuwerben.“ Diese Begriffsdefinition von Fundraising steht am Anfang des Vortrags von Karin Uckrow, die als ausgebildete Fundraiserin und Mitarbeiterin bei Parea e.V. einen detaillierten Einblick in die Aktivitäten und Formen des Fundraising gab.

In einer buntgemischten Gruppe von Frauen aus unterschiedlichen Tätigkeitsfeldern von Angelika Walter vom DHB Netzwerk Haushalt über Heike Schmidt von den DGB-Frauen und Marion Magg-Schwarzbäcker vom Frauenbüro der Universität Augsburg bis hin zu Anita Conradi von der Gleichstellungsstelle der Stadt Augsburg, entwickelte sich eine rege Diskussion und ein produktiver Austausch zu Fragen und Problemen rund um das Thema Fundraising.

Karin Uckrow bezeichnete in ihrem Vortrag den Beziehungsprozess als eines der wichtigsten Merkmale des funktionierenden Fundraising, „der Vertrauen, Transparenz und Verlässlichkeit erfordert.“ Auch bei den Teilnehmerinnen des Workshops selbst stand der Beziehungsaufbau, der Aufbau von Netzwerken untereinander, im Vordergrund. Dabei trugen mehrere kreative Pausen, bei denen bei leckeren mitgebrachten Speisen der Teilnehmerinnen angeregte Diskussionen über in den Vorträgen besprochene Themen zustande kamen, zu einem gelungenen Wissens- und Informationsaustausch bei.

Gabriele Zoczek, die zur Zeit an der Gründung einer Städtegruppe von Terre des Femmes mitwirkt, wies auf den „Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen“ hin, der am 25.11. stattfindet. Als neue Sprecherin bei der AAF nannte Regina Kordik als Projektziele die Weiterentwicklung des Fair Trade sowie Menschen vor Schuldenfallen zu bewahren und Aufklärungsarbeit in diesem Bereich zu leisten. Rosemarie Weber, die beim DHB Netzwerk Haushalt tätig ist, steht vor der großen Aufgabe, das Haus, in dem ihr Verband ansässig ist, zu renovieren. Soni Unterreithmeier sucht aufgrund des bevorstehenden Rückzugs der Gründerin Schwester Lea der Organisation Solwodi (Solidarity with Women in Distress) eine solide Finanzbasis für die Zukunft. Solwodi erhält nur eine minimale staatliche Förderung.

Der Begriff der Institutionell Readiness (wörtlich: Bereitschaft einer Institution; institutionelle Voraussetzung) wurde als wichtiger Faktor beim Fundraising diskutiert. Bei der Vorstellung von Methoden und Instrumenten des Fundraising ging Karin Uckrow vor allem auf Spendenbriefe und Geldauflagenmarketing ein.

Im zweiten Teil des Workshops stellte Susanne Thoma, Politik- und Medienberaterin, Fundraiserin und Sprecherin der AAF, vor, wie man einen gelungenen Förderantrag schreibt. Susanne Thoma wies auf die richtige Zeit- sowie Budgetplanung hin und gab wertvolle praktische Tipps. Drei Arbeitsgruppen zum Schreiben von Förderanträgen, zur Stiftungsrecherche und zur Formulierung von Projektideen rundeten den interaktiven Workshop ab.

In der Projekt-AG kristallisierte sich tatsächlich ein Vorhaben heraus: In dem Projekt von Soni Unterreithmeier geht es um die Sicherung des Lebensunterhalts für Frauen in besonderen Notlagen während einer einjährigen Ausbildung. Ziel ist es, diese Frauen durch gezielte Unterstützung in den Arbeitsmarkt einzugliedern. So entstand zum Ende des Tages ein konkretes Projekt, an dem mehrere Organisationen der AAF mitwirken werden.

Das abschließende Echo der Frauen nach diesem kurzweiligen aber auch arbeitsintensiven Tag war, dass es nach dieser sehr gelungenen Veranstaltung auch im nächsten Jahr wieder einen Workshop zum Thema Fundraising geben sollte.

(Julia Fendt)

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