Terres des Femmes startet Kampagne „Aufenthaltsrecht für Opfer von Zwangsprostitution, jetzt!“

TDF-Straßentheater-Abschiebung

Am 18. Oktober 2012 hat die neue Kampagne „Aufenthaltsrecht für Opfer von Zwangsprostitution, jetzt!“ in Berlin begonnen. Am 28.10. hat die dazugehörige Straßentheateraktion Augsburg erreicht. Die Kundgebung und Performance fand am Rathausplatz statt.  SchauspielerInnen konfrontierten PassantInnen. Eng eingeschnürt in Plastikfolie, beklebt mit einem Preisschild, wurden die Frauen vom Menschenhändler mit einer Sackkarre symbolisch an Orte verschleppt.

„Opfern von Zwangsprostitution muss aus humanitären Gründen ein unbefristeter Aufenthaltstitel in Deutschland erteilt und damit ihr Martyrium beendet werden. Deutschland will vor allem die Täter verurteilen und benötigt dafür die Aussage der Betroffenen vor Gericht. Geboten wird den Frauen, die sich dadurch in Lebensgefahr begeben, nur eine vage Chance während des Prozesses in Deutschland zu bleiben.

Diese katastrophale Situation für Frauen aus Nicht-EU-Ländern ist eines Rechtsstaates, der den Menschenrechten verpflichtet ist, unwürdig und gehört schnellst möglich geändert!“ fordert Irmingard Schewe-Gerigk, Vorstandsvorsitzende der Frauenrechtsorganisation. „Frauenhandel ist eine der schlimmsten Menschenrechtsverletzungen. Die Betroffenen werden systematisch gedemütigt, vergewaltigt und erleiden massive Gewalt. Nur jedes 100. Opfer wird aus den Zwängen des Menschenhandels befreit!“ so Schewe-Gerigk. „Diese Frauen müssen unterstützt werden –  ein sicheres Bleiberecht ist dafür die Grundvorraussetzung!“ Diese Forderung richten wir direkt an Dr. Christian Ruck (CSU), den Abgeordneten des Bundestages aus dem Augsburger Wahlkreis.

Mit der Kampagne möchte Terre des Femmes das Bewusstsein für die Lage der Betroffenen stärken und fordert zudem in einer Unterschriftensammlung eine Gesetzesänderung bei Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich ein. Ein unbefristeter Aufenthaltstitel muss unabhängig von ihrer Bereitschaft, vor Gericht auszusagen, geschaffen werden. Zudem müssen eine geeignete Betreuung und Entschädigung den Betroffenen garantiert werden. Die Kampagne wird bis Mitte März 2013 laufen. Weitere Informationen zur Kampagne unter www.frauenrechte.de/frauenhandel.

Laut Schätzungen der UNO werden jährlich 2,45 Millionen Personen Opfer von Menschenhandel. Deutschland stellt eines der Hauptzielländer dar. Um den prekären Lebenssituationen in ihren Heimatländern zu entfliehen, lassen sich tausende Frauen auf attraktiv erscheinende Arbeitsangebote in Deutschland ein. Der Handel mit der Ware Frau, beschert dem organisierten Verbrechen weltweite Gewinne von ca. 12 Milliarden Euro jährlich. Diese horrenden Summen werden nicht zuletzt durch deutsche Freier erwirtschaftet, die den Markt durch ihre Nachfrage bestimmen.

Hier das Video dazu:

gegen Gewalt, NetzwerkPermalink

Comments are closed.