Meilenstein für SOLWODI Augsburg

solwodi-einweihungSeit Juli 2013 ist die neue Fachstelle von SOLWODI in Augsburg eröffnet. Durch die Unterstützung des Sozialreferates an den Mietkosten wurde es möglich, ein eigenes Büro einzurichten. Frauen und Mädchen, die hier in Not geraten sind, die Opfer von Menschenhandel oder Zwangsprostitution, Opfer von Beziehungsgewalt geworden sind oder von Zwangsverheiratung bedroht sind, können damit noch besser unterstützt werden.

Mit einem Arbeitskreis gegen Gewaltvor 12 Jahren hat es begonnen. Es folgte eine Teilzeitstelle ab 2014. Viele Jahre durfte Soni Unterreithmeier beim  Sozialdienst katholischer Frauen (SkF) Augsburg ein Büro für ihre Beratungstätigkeit nutzen und wurde bei den Bürokosten unterstützt. Viele Jahre bemühte sie sich, die zunehmenden Aufgaben alleine zu bewältigen. Doch sie stieß an ihre Grenzen. Sie brauchte eine Kollegin und eigene Räumlichkeiten. Nun war es endlich soweit. Zusammen mit Rita Hieble bezog sie die neue Kontakt- und Beratungsstelle in der Schießgrabenstraße 2.

Rund 70 Gäste – VertreterInnen der kommunalen Ebene und aus dem bayerischen Landtag, sowie SOLWODI-Kolleginnen und Mitarbeiterinnen von Partnerorganisationen, Behörden und Ämtern – waren der Eröffnungseinladung gefolgt. Auf ihre wie gewohnt leidenschaftliche Art unterstrich Sr. Lea Ackermann, Gründerin von SOLWODI, die Notwendigkeit für Protest von unten gegen das Unrecht an Frauen, das auch hier in Deutschland mitten unter uns stattfindet. Sie würdigte das außergewöhnliche Engagement von Soni Unterreithmeier und die gute Zusammenarbeit, besonders auch mit der Kripo Augsburg von Anfang an. Auch für den Sozialreferenten der Stadt Augsburg, Herrn Weinkamm, ist sein Einsatz für SOLWODI ein Herzensanliegen. Barbara Emrich, Augsburgs Gleichstellungsbeauftragte, überreichte als symbolisches Geschenk eine Rose von Jericho. Diese Wüstenpflanze kann jahrzehntelang als vertrocknete Kugel überleben. Erhält sie dann Wassern, öffnet sie sich und grünt. Dies sei ein Symbol der Klientinnen von SOLWODI, die sich verletzt in sich zurück zögen, doch wenn sie an die Quelle kämen, könne ein neues Leben beginnen. Kriminalhauptkommissar Helmut Sporer sagte: „2002 wurde ich zum ersten Mal mit SOLWODI konfroniert. Ich war etwas skeptisch, denn was kann eine Hilfsorganisation gegen Menschenhandel machen? … Doch es hat funktioniert … Es ist ein vertrauensvolles Partnerschaftsverhältnis entstanden, fast ein Kolleginnenstatus … Heute ist SOLWODI Augsburg ein starker Baum geworden, Soni Unterreithmeier die Gärtnerin … Frau Unterreithmeier ist immer einsatzbereit, auch nachts und am Wochenende, denn Razzien finden nicht nur am Montagvormittag statt.“

Mit der Einweihung der Beratungsstelle durch Pfarrerin Marianne Werr endete der
offizielle Teil. Als symbolisches Geschenk hatte sie Salz mitgebracht. „Ihr seid das
Salz der Erde, das wird den Mitarbeiterinnen gesagt, und auch den Frauen, die
hierher kommen, unabhängig von dem, was ihnen zugestoßen ist.“ Ehrenamtliche und Klientinnen von SOLWODI umrahmten die Feier musikalisch und kulinarisch.

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