Nein zu Gewalt an Frauen – Aktionen zum Internationalen Tag 2012 in Augsburg

Angeführt von zwei Rikschas zog am 25. November ein bunter Fahrradkorso vom Augsburger  Hauptbahnhof durch die Innenstadt zum Grandhotel Cosmopolis. Anlass war der Internationale Tag gegen Gewalt an Frauen. Mit einem lauten Klingelkonzert, gelben Luftballons und den blauen Fahnen der Frauenrechtsorganisation Terre des Femmes (TDF) machten die Radlerinnen und Radler auf ihr Anliegen aufmerksam: Ein freies, selbstbestimmtes Leben von Mädchen und Frauen. Zu dem Fahrradkorso und einer Matinée zum Thema „Blick dahinter – Fluchtgründe von Frauen“ hatte die 2011 gegründete Augsburger Städtegruppe von TDF eingeladen, die in den Rikschas ihre Gäste Barbara Lochbihler (MdEP), Irmingard Schewe-Gerigk (Vorsitzende von TDF Deutschland) und Simone Strohmayr (MdL) zu einer Informationsveranstaltung in das Grandhotel Cosmopolis fuhren. Soni Unterreithmeier (Solwodi – Solidarität für Frauen in Not) kam mit dem eigenen Fahrrad. In dem voll besetzten Foyer des Grandhotels berichteten die vier Fachfrauen über Fluchtgründe von Frauen und betonten einhellig: Frauen verlassen nur in allergrößter Not und Ausweglosigkeit ihre Heimat.

Blick dahinter – Fluchtgründe von Frauen

Die Menschenrechtsaktivistin Barbara Lochbihler erzählte von erschütternden Schicksalen aus dem Kongo. „Wenn Frauen fliehen, müssen sie ihr Kochgeschirr, ihre Kinder und ältere Verwandte mitnehmen und sind deshalb langsamer und bei der Flucht benachteiligt. Im Kongo wissen sie zudem gar nicht mehr, wohin sie fliehen könnten“, sagte Lochbihler. Nur wenigen gelänge daher die Flucht vor Gewalt, Willkür und sexuellem Missbrauch.

Schewe-Gerigk machte auf die Opfer von Zwangsprostitution aufmerksam: „Im Jahr werden 10.000 bis 30.000 Mädchen und Frauen nach Deutschland verschleppt und hier zur Prostitution gezwungen.“ Wenn diesen Frauen die Flucht aus der Prostitution gelingt und sie dann vor einem deutschen Gericht gegen ihre Peiniger aussagen, riskieren sie ihr Leben. Denn im Anschluss an das Gerichtsverfahren werden sie in ihr Heimatland ausgewiesen und sind dort der Rache der Täter ausgesetzt. „Opfern von Zwangsprostitution muss deshalb aus humanitären Gründen ein unbefristeter Aufenthaltstitel in Deutschland erteilt und damit ihr Martyrium beendet werden“, forderte Schewe-Gerigk.

Strohmayr und Unterreithmeier bezogen sich in ihren Berichten auf die Situation in Augsburg forderten mehr Schutzwohnungen und Beratungsstellen vor Ort. „2012 haben 26 Frauen in größter Bedrängnis bei SOLWODI in Augsburg um eine Schutzwohnung gebeten“, berichtete Unterreithmeier. Abschließend zeigten sich die Gäste beeindruckt von den Plänen der Regierung von Schwaben und des Grandhotel Cosmopolis, in den Räumen Flüchtlingsunterkünfte einzurichten. „Dies war genau der richtige Ort für diese Veranstaltung“, betonte Lochbihler.

Ökumenischer Gottesdienst

Um 17.00 Uhr klang der Internationale Tag gegen Gewalt an Frauen in der alt-katholischen Apostelin-Junia-Kirche mit einem ökumenischen Gottesdienst aus, zu dem 16 gemeinnützige Organisationen aus Augsburg eingeladen hatten. Mit dem Material Holz wurde die Verletzlichkeit von Menschen, aber auch ihre Möglichkeit zum Regenerieren thematisiert.

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