Geschichte

Mitmachen macht Mut – Frauen können mehr! Mit dem Motto der damaligen Bundesministerin Antje Huber fanden ab 1979 auch in Augsburg Informationsbörsen von und für Frauen statt. Diese sollten Frauen anregen sich heraus zu trauen, mit anderen Frauen Kontakte zu knüpfen, gemeinsam Ideen einzubringen, aufzunehmen und umzusetzen. Die Initiatorinnen und Organisatorinnen waren damals Frauen aus dem Arbeitskreis Frauenhaus e.V. und dem Sozialdienst katholischer Frauen. Sie wurden von der Stadt Augsburg ideell und finanziell unterstützt. Die Infobörsen mit einem Rahmenprogramm wurden von den Augsburgerinnen mit großem Interesse aufgenommen und über ein Jahrzehnt weitergeführt.

In dieser Zeit lernten die Akteurinnen die positiven Seiten von anderen Frauen zu schätzen und sahen Möglichkeiten, sich gegenseitig zu unterstützen. In der Folgezeit entstand daraus die AAF, ein Netz von Frauen aus Verbänden, Organisationen, Vereinen und Beratungseinrichtungen, die sich als eine lose, bunte, sich verbunden fühlende Frauengemeinschaft verstanden.

Es wurden und werden viele frauenpolitische Themen in die Öffentlichkeit getragen, wie zum Beispiel:

  • Gewalt an Frauen
  • § 218
  • die mangelnde Versorgung mit Kindergärten
  • die Benachteiligung allein erziehender Frauen
  • das eigenständige Aufenthaltsrecht für ausländische Frauen u.v.m.

Die frauenpolitische Arbeit brauchte Geld. Ab 1982 unternahm die AAF große Anstrengungen, von der Stadt Augsburg Frauenfördermittel zu erhalten. Es dauerte fast 10 Jahre bis dies gelang. Schließlich wurde ein sogenannter Frauentopf von der Stadt Augsburg eingerichtet.

Zeitgleich setzten sich Frauen in der AAF verstärkt für die Einrichtung einer Gleichstellungsstelle in Augsburg ein. Um ein Bewusstsein für diese Forderung zu schaffen, wurden zu den Sitzungen Frauen aus der Stadtregierung eingeladen und entsprechende Anträge an alle Parteien gesandt. Intensive Bemühungen von vielen Seiten führten dazu, dass am 2. Januar 1988 die erste Augsburger Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte ihre Arbeit aufnehmen konnte.

Im Jahr 1989 wurde erstmals eine Sprecherin für die AAF gewählt. Die Aufgaben und Themen waren umfangreicher und vielfältiger geworden und es bestand der Bedarf nach einer verbindlichen Koordination.

1991 wurden Richtlinien für Förderung der Augsburger Vereine von der Stadt veröffentlicht. Gefördert werden sollen insbesondere

  • Veranstaltungen von, mit und für Frauen,
  • Öffentlichkeit-, Aufklärungs- und Informationsarbeit,
  • Unterstützung von Frauenprojekten,
  • Bildungsveranstaltungen.

Auch die AAF selbst hat eine Richtlinie verabschiedet, in der die Mitgliedschaft und die interne Organisation geregelt sind.

In den folgenden Jahren wurde eine Vielzahl von kulturellen und politischen Veranstaltungen mit unterschiedlichen KooperationspartnerInnen wie der Gleichstellungsstelle durchgeführt. Dazu zählten zum Beipiel das Interkulturellen Frauenfeste (2001 – 2002) oder das FrauenKulturFestival (2003).

Im Jahr 2004 konnte die AAF ihr 25-jähriges Jubiläum feiern. Die während dieser Zeit gewachsene Zusammenarbeit und Verbundenheit der engagierten Frauen ist noch heute die tragende Basis für die gemeinsame Arbeit trotz unterschiedlicher Vorstellungen, Meinungen und Sichtweisen.
__________________

Quellen:
Margot Fuhrmann: Die Geschichte der AAF und die Einrichtung der Gleichstellungsstelle in Augsburg.
Margot Fuhrmann, Anita Conradi, Ingrid Bergmann-Ehm: Geschichte der AAF. Hg.: Arbeitsgemeinschaft Augsburger Frauen. Augsburg, 2004.
Hg.: Arbeitsgemeinschaft Augsburger Frauen. Festschrift 25 Jahre AAF. Augsburg 2004.

Comments are closed.