Wettbewerb „Buntes Bayern“ – AAF zählt zu den besten 20

„Buntes Bayern! Die besten Initiativen für ein kulturelles Miteinander im Freistaat“ lautet das Motto der diesjährigen Aktion von Bayern 2 und der Abendschau. Gesucht wurden engagierte Initiativen, die sich für Toleranz und Vielfalt einsetzen und Freude am ehrenamtlichen Engagement haben. Mit der AAF hatten sich über 180 Initiativen aus ganz Bayern beworben. „Wir sind beeindruckt von der engagierten Arbeit Ihrer Initiative und sie hat es unter die besten 20 Teilnehmer geschafft!“, heißt es in einem Schreiben der Jury. Um ein Preisgeld zu gewinnen, hätten wir in der nächsten Stufe unter die TOP 3 kommen müssen. Das ist ist uns leider nicht gelungen. Aber auch so sehen wir einen Erfolg und es gibt uns den Ansporn weiterzumachen. Hier unser Bewerbungsschreiben in Auszügen:

Beschreiben Sie bitte kurz Ihre Initiative. Worum geht es? Welche Ziele verfolgen Sie?
Mit KONNEKT schaffen wir unkonventionelle Begegnungsmöglichkeiten zwischen weiblichen Asylsuchenden und Augsburger Bürgerinnen in Form von Fahrradkursen. Mit KONNEKT möchten wir vermitteln, dass ethnische Vielfalt als Bereicherung und Chance begriffen werden kann. Uns ist wichtig, zu zeigen, dass uns Flüchtlinge, die in unserer Stadt leben, etwas wert und wichtig sind. Statt einseitig die Probleme durch die Aufnahme von Asylsuchenden zu betonen, möchten wir aufzeigen, wie wir durch Vielfalt profitieren können. Vielfalt bietet die Chance, mit dem gesellschaftlichen Wandel kreativ umzugehen. Denn: Wichtiger als die Frage, woher jemand kommt, wird sein, welche Zukunft wir gemeinsam gestalten können. Sich gegenseitig kennenlernen, aufeinander zugehen, sich tolerieren und die anderen in ihrer Kultur verstehen, sind die Grundvoraussetzungen für ein Miteinander.

Seit wann gibt es die Initiative? Wie und warum ist sie entstanden?
Im Mai 2012 startete die BIB Augsburg gGmH ein nachbarschaftliches Fahrradrecyclingprojekt mit Asylsuchenden und Augsburger BürgerInnen. Die AAF beteiligte sich als Kooperationspartnerin und wirkte an den Fahrradreparaturworkshops mit. Der Bedarf von Frauen an einem Fahrradtraining wurde dabei schnell deutlich. Denn: In manchen Herkunftsländern ist es nicht üblich oder wird sogar als unsittlich angesehen, wenn Frauen Rad fahren. Gerade in muslimischen Ländern im arabischen oder afrikanischen Raum ist Rad fahren für Frauen verpönt oder sogar verboten. Eine Kollegin im Augsburger Fahrradclub vermittelte uns das Know-how für Fahrradkurse für Erwachsene, sodass wir schnell in der Lage waren, Trainingsnachmittage (inkl. Kinderbetreuung) anbieten zu können. Wir erwarben parallel dazu geeignete Übungsfahrräder und starteten mit unserem Angebot.

Skizzieren Sie kurz typische Veranstaltungen oder Aktionen.
Es fanden Trainingsnachmittage zum Erlernen des Fahrradfahrens mit einem durchdachten Konzept statt: Zunächst waren die Fahrräder sehr niedrig eingestellt. Wichtig war, dass die Frauen mit den Füßen den Boden erreichen konnten. Nur so konnten sie nach und nach das Vertrauen in sich gewinnen und die Füße an die Pedale setzen. Später, als es schon besser ging, wurden die Sättel erhöht oder es wurde auf größere Fahrräder gewechselt. Die mitgebrachten Kinder wurden durch ein Kinderprogramm unterhalten, sodass die Mütter ungestört üben konnten. Mindestens zwei Fahrradtrainerinnen standen pro Übungsnachmittag zur Verfügung. Ergänzend soll es über den Winter Fahrradreparaturkurse und Verkehrssicherheitskurse geben. KONNEKT hat einen direkten praktischen Nutzen für die Frauen, denn jede von ihnen erhält zum Abschluss ein eigenes Fahrrad, dessen Kauf wir aus Spenden finanzieren.

Falls Sie bei „miteinander!” ein Preisgeld gewinnen – wofür würde Ihre Initiative das Geld verwenden?
Planen Sie vielleicht neue Aktionen oder Projekte, für die Sie das Geld benötigen?
Wir möchten die Fahrradtrainings im nächsten Jahr in noch viel größerem Umfang anbieten. Noch sehr viele Frauen sind bisher ohne Fahrrad und haben ihren Bedarf angemeldet. Wir könnten mit dem Preisgeld noch mehr Kurse organisieren, gebrauchte Fahrräder kaufen und sie ihnen überlassen.

Was ist das Besondere an Ihrer Initiative? Warum sollte sie bei unserem Wettbewerb ausgezeichnet werden?
Wir haben einen Preis verdient, weil wir die Vielfalt in unserer Stadt leben. Mit unserem Projekt haben wir eine gute Form gefunden, um auf einfachem Wege, mit Flüchtlingen in einen Kontakt zu kommen und sich kennenzulernen.

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